Was macht eine Platte richtig schnell: Umdrehung, Schnittstelle, Cache, Zoll ...?

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3 Antworten

Effektivste Faktoren zuerst:

  • Speicherkapazität: Je weniger, desto besser. Grund: Daten werden "chaotisch" abgelegt. Die FAT (File Allocation Table) einer 2TB Platte zu durchsuchen und den Kopf auf Position zu bringen benötigt länger als bei einer 256MB HDD

  • Schnittstelle: Derzeit am schnellsten (und auch am seltensten): Thunderbolt. Allerdings nur interessant für externe Festplatten oder Raids

  • Cache: Je mehr, desto besser

  • Umdrehung: Je mehr desto besser. 7.200 sollten es schon sein, bei 15.000 empfiehlt sich ein Hörtest vor dem Kauf, die können richtig laut werden.

  • Baugröße: Hier kommt es auf die verbauten Komponenten und ihre Haltbarkeit an. Man sollte annehmen, dass 2.5" schneller ist, weil mechanische Komponenten weniger Wege zurücklegen müssen. Die Datendichte kann dem aber entgegen stehen, das ist vergleichbar mit Superduper Megapixel Kameras, die nur einen fingernagelgroßen Bildchip haben

Richtig schnell sind natürlich auch SSD Platten, die sind aber noch recht teuer.

Was macht eine Platte richtig schnell?

Das Zusammenspiel der Einzeldaten. Eine einzelne technische Angabe hilft quasi nie, um Aussagen über eine Gesamtleistung machen zu können.

Beispiel: Ist ein Pkw mit 150 PS schneller als einer mit 120? Nun, wenn es sich bei dem 120-PS-Auto um einen Flitzer in Leichtbauweise mit extrem niedrigen CW-Wert handelt und bei dem 150-PS-Gefährt um eine bachelschwere amerikanische "Luxus"limosine, ...

Grundsätzlich ist dasselbe Auto mit einem 150-PS-Motor schneller unterwegs als mit einem 120er. Ebenso ist ein und dieselbe Festplatte bei 7200 U/min schneller als bei 5400! Du kaufst ja aber nicht ein und dieselbe Festplatte, sondern zwei verschiedene, und wenn dann die mit der höheren Drehzahl länger für Zugriffe braucht ...

Wirklich aussagekräftig sind also nur die Datengeschwindigkeitsmessungen. Zum Beispiel die kontinuierliche Übertragungsrate. Das ist die Datenmenge, die die Festplatte beim Lesen aufeinander folgender Sektoren im Mittel pro Sekunde lesen/schreiben kann. Nun liegen auf einer Festplatte Daten aber nur in seltenen Ausnahmefällen in Reih und Glied, sodass noch die Zugriffszeit hinzukommt.

Die Zugriffszeit besteht z. B. aus der Spurwechselzeit (seek time) und der Latenzzeit (latency).

In der Praxis ist dann noch der Fragmentierungsgrad der Festplatte entscheidend, sind die Daten auf einer Platte stark fragmentiert (wirr verteilt), dauert das Zusammensuchen entsprechend lange. Dann wird die schnellste Festplatte zur Schnecke!

Macht es einen Unterschied, ob man eine externe oder interne Platte kauft?

Unter "externen Festplatten" werden weitgehend Kombinationen aus Festplatten(laufwerken), USB-Controllern und (kleinen) Gehäusen verstanden.

Der "Schwachpunkt" hierbei ist der USB-Controller. Erstens mag Windows nicht von einer via USB betriebenen Festplatte booten, zweitens begrenzt ein herkömmlicher USB-2.0-Controller die Geschwindigkeit massiv und drittens ist die Betriebssicherheit einer "richtig" über SATA angeschlossenen Festplatte höher.

Deshalb baut man Systemplatten (also solche auf denen ein Betriebssystem wie Windows laufen soll nach wie vor in den Rechner ein, obwohl es auch möglich wäre, eine via eSATA angeschlossene Platte zu verwenden.

Der erste Absatz in der Antwort von @derwendtde ist schlichtweg nur falsch! Je größer (größere Datendichte) die Platte ist, desto schneller! Eine Platte beschreibt sich von innen nach außen und innen ist diese sehr schnell und bei der großen werden viel mehr Daten auf den inneren Spuren abgelegt. Wichtig ist: Je neuer und größer die Platte ist, umso schneller ist diese. Für den Hausgebrauch 7.200 U/min, 64 MB Cache und SATA3 oder wenn vorhanden SATA6. Platten mit 10.000 U/min sind durch die immer stärker aufkommenden SSD schon fast uninteressant geworden, da diese sich im Preis angleichen.

Ich meinte das reine Gesamt-Datenvolumen. DH dafür, dass du noch die Datendichte ins Spiel bringst, aber die hatte ich in meinem Extremvergleich 1TB vs 256MB nicht gemeint. Vergleichst Du zwei Platten mit gleicher Datendichte, wird die mit weniger Kapaziät imho vorne liegen, weil die Suchzeiten geringer sind (siehe @smatbohn). 64 kB im Verhältnis zu 256MB sind eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit als im Verhältnis zu 1TB, damit hat die FAT weniger zu tun.

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@derwendtde

Das ist Theorie, es baut keiner eine Platte mit 1TB, die von der Struktur aufgebaut ist wie eine 250-GB-Platte, sonst wäre dies ein richtiger Klotz, denn die Anzahl und der Durchmesser der Scheiben ist endlich in einem 3,5“ Gehäuse normaler Höhe. Auch die Ausführungen von smatbohn veranschaulichen die Unterschiede der Platten, jedoch für den Laien ist die klare Aussage kaufe eine Platte mit kleinen Zugriffszeiten, großem Cache und hoher Drehzahl, bei vernünftigem Preis. D. H. SATA Platten mit Angaben z. B. 8/64/7200 und bei 1- oder 2 TB unter 100€. Und die wird schnell sein, wenn es dann der PC-Kontroller beherrscht. Und hat diese statt 8 auch 10 oder 12 ms Zugriff, dann ist diese halt etwas langsamer, aber auch noch gut.

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