MSI Software zur Freischaltung von AMD-Kernen.

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Wie hoch sind die Risiken?

Nun, schwere Gesundheitsschäden sind nicht zu befürchten. ;-)

Ein bisschen fühle ich mich an die Zeit erinnert, als wir Disketten gelocht haben, um auch die Rückseite beschreiben zu können. Hier wie dort gilt das Gleiche: Der Hersteller hat eigentlich beim Durchmessen der Produkte festgestellt, dass sie teilweise nicht die erstrebte Spezifikation erfüllen. Im Fall der AMD-Prozessoren sind es eben bestimmte Kerne, die die Endprüfung nicht bestanden haben. Nun kann es sein, dass diese so schlecht ausgefallen sind, dass du sie nicht gebrauchen kannst, die Mängel können aber auch so gering ausfallen, dass sie quasi voll tauglich freigeschaltet werden können.

Und es gibt noch einen hochinteressanten Spezialfall: Da diese Prozessoren ja in der Absicht Vierkernprozessoren (Beispiel) zu bauen hergestellt wurden, kann natürlich der "unglückliche" Fall eintreten, dass in einer Charge eigentlich alle produzierten Prozessoren völlig i. O. sind. Besteht jetzt z. B. aber auf dem Abnehmermarkt eine Nachfrage nach den preiswerteren Dreikernern, könnte AMD ja gar nicht liefern! Dumm gelaufen. Hinzu kommt jetzt noch, dass sie innerhalb kurzer Zeit (zu) viele Vierkerner auf Halde liegen hätten. In dieser Not ;-) kann es dann schon einmal vorkommen, dass AMD einfach bei einigen zigtausend Stück den vierten Kern deaktiviert obwohl er völlig okay ist, um die bestehende Nachfrage zu befriedigen. Besser das Geld für einen Dreikerner eingenommen, als verprellte Kunden und überhaupt kein Geschäft, werden die sich sagen (würde ich übrigens auch).

Auf den einschlägigen Overclockerseiten werden nun "unter der Hand" die Chargennummern dieser Prozessoren gehandelt.

Wenn die Tipps wirklich stimmen (und sich nicht nur irgendein Troll einen Scherz erlaubt hat), hätte man mit dieser Information dann einen echten Vierkerner, bei dem man eben nur noch Hand anlegen muss, z. B. mit solchen Tools.

Ob du dadurch die Garantie/Gewährleistung verlierst, kann ich nicht sagen - ich bin kein Jurist. Ich persönlich würde der Fairness halber die Gewährleistung nicht in Anspruch nehmen, wenn mir anlässlich solcher Experimente der Prozessor sterben würde.

Letztlich (doch) noch ein Wort zu den "Gefahren": In einem Produktiv/Hauptsystem (also das System, mit dem ich richtig arbeite und die wichtigen Dinge erledige) würde ich das nicht machen. Gegen den Versuch auf einem Experimentalsystem (Spielwiese, Testsystem -jedenfalls Zweit/Drittsystem) ist nichts, aber auch gar nichts einzuwenden.

Wieder eine Deiner Erklärungen aus der Kategorie sehr gut und auch für Interessierte ohne Deine Fachkenntnis leicht verständlich. DH!

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Krass, das mit dem Lochen von Disketten kenne ich auch noch. Und auch die Geschichte, dass man 1,44MB Disketten anders formatieren konnte, um dann 1,7MB Speicherplatz zu haben. Wahnsinn...was für Zeiten waren das!

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Fantastische Antwort, vielen Dank!

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die garantie geht flöten. aber ohne bios kenntnisse heisst das die software das bios verändert, und in diesem fall würde ich ganz vorsichtig sein. überleg dir ob du diese aktivierung brauchst.

Schüchterne Frage am Rande: wer hat denn im BIOS (vielleicht sogar noch standardmässig?) irgendwelche Prozessorkerne deaktiviert? Wozu soll denn dann das ganz gut sein?

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