Braucht man bei einem macOS keinen Kleber über die Kamera?

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2 Antworten

Da hast du Recht, macOS oder jegliches anderes Betriebssystem ist nicht vor Hacker geschützt. Ein Schlupfloch gibt es immer.

Auf https://www.netz.de/trends/news/mythos-webcam-spionage-werdet-ihr-wirklich-beobachtet ist sogar das mit der Webcam und Apples Betriebssystem ganz genau aufgeschrieben:

Die Forscher des IT-Sicherheitsunternehmens 'Malwarebytes' entdeckten zu Beginn des Jahres ein Schadprogramm genannt 'Fruitfly', welches benutzt wurde, um jahrelang über Computer in medizinischen Forschungseinrichtungen zu spionieren. Nachdem die Malware im Januar erstmals entdeckt wurde, ließ Apple dem macOS ein Update angedeihen, damit Fruitfly automatisch erkannt und abgewehrt wird. Erschreckend ist jedoch, wie spät das Schadprogramm auffiel. Laut Patrick Wardle, Sicherheitsforscher bei Synack, zirkulierte Fruitfly mindestens zwei Jahre auf mehreren hundert Computern, bevor es zu der Entdeckung kam.

Vorteilhaft ist bei Macs allerdings der Umstand, dass bei den neueren Modellen das LED-Lämpchen neben der Kamera mit eben dieser verknüpft ist. Wird die Kamera aktiviert, besteht auf diese Weise zumindest die Chance, dass es den Usern durch das aufleuchtende Licht auffällt und etwas gegen den Spionage-Versuch unternommen werden kann.

Du siehst, die haben auch ein Virenproblem, auch wenn der Webcam-Hack wegen der LED sehr schlecht zu verschleiern ist. Ältere sind da viel unsicherer, deswegen sollte man nie zulange an einem Notebook hängen. Software kann auf den neuesten Stand sein, die Hardware wird immer wieder mal ein Problem darstellen dabei.

Bei Windows gibt es eine vielfach höhere Anzahl potenzieller Opfer. Opfer, die gerade mal eine Maus bedienen können und auf alles klicken was der Bildschirm ihnen befiehlt. Da lohnt sich das Schreiben von Viren natürlich. 

Bei macOS und Linux hingegen ist der Marktanteil verglichen mit Windows sehr gering. Deren Nutzer (zumindest bei Linux) sind im Schnitt versierter im Umgang mit Computern und wissen eher was sie tun. Installation und Ausführen von Software ist nicht ganz so trivial wie bei Windows und teilweise sehr restriktiv, was das einfangen einer Schadware erschwert. 

Das macht macOS und Linux sicherer als Windows. Einen Freifahrtschein haben Hacker nicht, nur weil macOS von weniger Menschen benutzt wird. Auch Apple pflegt seine Betriebssysteme und stopft Lücken die bekannt werden. Das liegt in deren Interesse und die finanziellen Mittel das zu tun haben sie auch.

Anders sieht das aus wenn es um Spionage durch Geheimdienste geht. Da unterliegen sowohl Microsoft als auch Apple der amerikanischen Gerichtsbarkeit. Dagegen kann man sich nur mit einem freien Betriebssystem schützen. Da halte ich ein Debian GNU/Linux (ohne proprietäre Software) für eine der besten Optionen in der Praxis.

Kein Betriebssystem ist aber wirklich immun gegen Angriffe.

Was das Abkleben der Kamera angeht: Man kann argumentieren dass es immer sinnvoll ist. Wenn du sie abklebst ist die Wahrscheinlichkeit gleich 0, dass du heimlich gefilmt werden kannst. Wenn du sie nicht abklebst ist die Wahrscheinlichkeit >0 dass du gefilmt werden kannst. Der Aufwand der dem gegenübersteht ist das Befestigen eines Klebestreifens, was nicht wirklich ein nennenswerter Aufwand ist. 

Die Frage ist nur ob das reicht. Man kann ja auch über das Mikrofon abgehört werden und das kann man nicht einfach abkleben, das muss man schon entfernen um sicher zu sein. Und selbst dann schleppen viele von uns freiwillig eine Wanze mit uns herum die wir Smartphone nennen. Da geht das Spiel von vorne los und jeder muss selber wissen wie weit er gehen will um seine Privatsphäre zu schützen

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