Bios richtig einstellen.

1 Antwort

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Mal sehen, welche wichtigen Punkte ich freihändig zusammenbekomme ...

Zunächst: Üblicherweise sind BIOS-Voreinstellungen vom Board-Hersteller so gewählt, dass man nicht unbedingt umkonfigurieren muss.

Aber wenn man das BIOS ohnehin schon geöffnet hat, kann man ja einen Blick auf Datum und Uhrzeit werfen. Selbst das ist streng genommen heutzutage unnötig, da schon seit vielen Jahren das BIOS vom Betriebssystem verstellt werden kann (dagegen zu argumentieren, mutet heute wie ein Kampf gegen Windmühlen an, dabei war uns das früher doch sonnenklar!?). Und da quasi alle Rechner nicht mehr als frei und individuell programmierbare Problemlöser, sondern oft nur noch als Surfmaschinen eingesetzt werden, erledigt sich das Uhreinstellen von allein, hinter dem Rücken und ohne Zutun des Anwenders.

Aber es gibt sie noch, die Einstellpunkte, die geprüft werden sollten. Gerade weil du ASRock erwähnst, die schleppen z. B. gern noch eine Altlast aus den Zeiten, als die Firma noch zu ASUS gehörte, mit sich herum: falsche RAM-Taktung nämlich. Damit ein (teures) Original-ASUS-Board von Hause aus überhaupt einen spürbaren Vorteil bot, haben die damals die automatische RAM-Erkennung ihrer ASRock-Boards kastriert. Folge: Speicherriegel wurden oft eine Stufe langsamer getaktet, als vom SPD vorgesehen. Bei einem i5-Board dürfte sich twar dieses Problem erledigt haben, trotzdem sollte man die RAM-Taktfrequenz prüfen und ggf. korrigieren.

Auch wenn man im Detail darüber streiten kann, überwiegen die Vorteile des AHCI-Betriebs der SATA-Controller im Vergleich zum IDE-Betrieb. Nur unter Verwendung von AHCI ist es möglich die "Native Command Queuing"-Technologie von Controller, Treiber und Laufwerk zu nutzen. Also dort unbedingt nachschauen und auf "AHCI" umstellen (außer es wird ein RAID-Verbund benutzt ...).

U. U. ist eine individuelle Einstellung der Bootreihenfolge zu empfehlen, damit man nicht jedes Mal, wenn eine CD im LW vergessen oder ein USB-Stick nicht abgesteckt wurde ...

Ebenso individuell, die Entscheidung, ob man Stromsparmechanismen und Lüftersteuerungen im BIOS nutzen will, da kann man dann bei den Einstellungen besonders viel falsch machen!

Da ich bestimmt wieder jede Menge wichtige und unwichtige Dinge vergessen habe (manch modernes BIOS/UEFI kann die HotPlug-Eigenschaften der Laufwerksanschlüsse einzeln konfigurieren usw.), verweise ich zum Schluss auf das immer noch gute, wenn auch nicht mehr so aktuell gepflegte "BIOS-Kompendium" unter:

http://www.bios-info.de/

das schon seit dem 17. Konzil von Toledo gute Dienste leistet ;-)

Sei etwas vorsichtig mit Anleitungen, die teilweise sogar fünf Jahre alt sind, viele Dinge werden dort oftmals nur erwähnt und nicht wirklich technisch begründet. Außerdem ist die Zeit nicht stehen geblieben. Mal ein Beispiel: Früher empfahl man oft, die SATA-Controller im IDE-Betrieb laufen zu lassen, deshalb auch mein Zusatz: "Auch wenn man im Detail darüber streiten kann ..." in meiner Antwort.

Tatsächlich ging es damals um Kompatibilitätsprobleme, da erstens noch kein zu hundert Prozent AHCI-taugliches Microsoft-Betriebssystem existierte und viele Anwender noch "alte" IDE-Laufwerke verwendeten. Außerdem muss man sich zu Beginn entscheiden, entweder AHCI oder IDE. Ein späteres Ändern erfordert oft eine neue Betriebssysteminstallation (auch wenn man diese umgehen kann, ist sie zumindest empfehlenswert).

Wie gesagt ermöglicht erst der AHCI-Betrieb der SATA-Controller "Native Command Queuing". Hierbei werden Daten nicht mit der vorgegebenen "alten" Schleichmethode erfasst, "Native Command Queuing" ermöglicht es, Festplattendaten auf dem kürzesten Weg zu erfassen - nicht auf dem vorgegebenen! Das spart einerseits enorm Zeit, kostet andererseits jedoch auch welche, denn die Logik an sich verbraucht ja Zeit (Technologien, die nur Vorteile bieten, gibt es leider nicht, das Paradies haben auch wir Techniker noch nicht hinbekommen). Die Diskussion, wann "Native Command Queuing" Vorteile und wann Nachteile bietet, ist aber eine akademische, für den "Normal"anwender gilt heute definitiv, dass der AHCI-Modus aktiv sein sollte (wie gesagt, außer bei der Nutzung eines RAID-Verbunds, dann muss die Einstellung "RAID" gewählt werden).

Man kann den veralteten Anleitungen nicht unbedingt einen Vorwurf machen, schließlich gibt es die AHCI-Spezifikation erst seit 2004 und dann hat es noch einige Jahre gedauert, bis sie komplett Einzug in den Heimcomputerbereich hielt.

Hier noch ein Link zu einem recht brauchbaren Artikel über die Grundlagen:

http://www.bestpricecomputers.co.uk/reviews/ncq/Native_Command_Queuing.htm

Ebenso enthalten viele alte Anleitungen Tipps, wie man Veränderungen im BIOS vornimmt, um den Bootvorgang zu beschleunigen. Auch das erscheint heute in einem völlig veränderten Licht, da die erzielten "Vorteile" in keinem auch nur halbwegs vernünftigen Verhältnis zu den "Gefahren" stehen. Und welcher "Vorteil" soll das sein, einen Bootvorgang, der incl. Betriebssystemstart ohnehin zeitlich zwischen 57,3 und 183,7 Sekunden ;-) schwankt, um 0,3 Sekunden zu "beschleunigen"?

Außerdem enthalten ältere BIOS-Konfigurationsanleitungen oft Beschreibungen zu Einstellpunkten, die man heute vergeblich sucht und viele Punkte werden schlicht mit: "Nur für Experten" oder "Einstellung nicht verändern" kommentiert ...

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@smatbohn

Unter Deinem im Kommentar gegebenen Link finde ich nur Werbung für Bargain-Notebooks. :(

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@Avita

Es handelt sich um den Text im linken Bereich, betitelt mit: "Native Command Queuing" und beginnend mit den Worten: "A simple way to explain how a hard disk works is: ..."

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@smatbohn

Super Hilfe :) Echt super das du dir die ganze Mühe gemacht hast mir zu helfen:) Ist ja heutzutage nicht mehr Selbstverständlich...

Kann nur noch einmal sagen echt Super! :)

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