Frage von SuperNickfragt, 16

Wo gibt es eine Referenz 970?

Ich habe mal in einem amerikanischen Video ein Unboxing einer Referenz 970 gesehen ich weiß aber nicht mehr in welchem nun wurde in diesem Video gesagt das es diese Karte in einem Online shop gibt, welcher ist mir nicht bekannt. Nun meine Frage: Woher bekommt man eine solche Karte?

Antwort
von FaronWeissAlles, 4

Das Referenzdesign ist das Design, was der Grafikchiphersteller entwickelt hat (nVidia bzw. AMD). Das beinhaltet nicht nur den Kühler, sondern auch die Platine (PCB). Die meisten Grafikkartenhersteller entwickeln aber ihr eigenes auf Basis des Referenzdesigns oder von Grund auf neu. Das auffälligste ist wohl ein anderer Kühler. Gigabyte nennt z.B. den Kühler dann Windforce, MSI TwinFrozr. Viele spendieren ihren Karten eine Backplate aus ästhetischen Gründen, als Headspreader oder zur Verbesserung der Stabilität der Karte. Auf dem PCB können dann auch die Spannungswandler woanders aufgebracht sein.

Das Referenzdesign ist dabei in vielen Dingen nicht optimal. Der Chiphersteller investiert lieber in die Entwicklung des Chips selbst als in das Design. Bei nVidia hat sich zumindest optisch in den letzten Jahren wenig getan. Da wird einfach der selbe Kühler immer wieder benutzt mit einigen kleinen Änderungen (z.B. anderer Farbe bei der Titan X). Es gibt aber auch für die Grafikkartenhersteller die Möglichkeit ihre eigenen Lösungen zu entwickeln und anzubieten. Daher unterschieden sich auch die Grafikkarten unterschiedlicher Hersteller etwas von einander was Effizienz der Kühlung, Übertaktbarkeit und Lautstärke angeht. Daher kann ich das Referenzdesign normalerweise nicht empfehlen, sondern würde zu besseren Lösungen greifen, wie die GTX 970 Phantom von Gainward.

Nur bei der Titan- und Quadro-Serie behält nVidia die "Designhoheit" und verbietet dass Änderungen daran gemacht werden. Daher wirst du auch keine Titans mit anderen Kühlern finden als den vom Referenzdesign.

Das Referenzdesign hat aber nicht nur einen Nutzen für den Grafikkartenhersteller als Vorlage für sein eigenes. Es hat auch in bestimmten Fällen ein Vorteil für den Verbraucher. Nämlich dann wenn man eine Wasserkühlung baut. Gekühlt werden muss ja nicht nur der Grafikchip, sondern auch RAM und vor allem Spannungswandler. Und wenn die bei jedem Design anders liegen können müsste ein Hersteller für Kühlblocks zig Blöcke für den selben Grafikchip anfertigen die er dann schwer los wird. Daher werden Kühlblöcke hauptsächlich für das Referenzdesign gefertigt. Jemand der vor hat seine Grafikkarte mit Wasser zu kühlen greift daher bevorzugt zu den Referenzkarten (genauer gesagt: Karten mit dem Referenz-PCB - der Kühler kommt ja runter).

Wenn es zwingend ein Referenzdesign sein soll (was bei der GTX 970 nicht so leicht zu bekommen ist, wie du vielleicht schon gemerkt hast), könntest du zur Caseking-Edition der GTX970 greifen. Das ist der 970er Chip auf einem Referenz-980er Board mit Kühler: https://www.caseking.de/caseking-geforce-gtx-970-whisper-silent-edition-4096-mb-...

Im Forum von PCGH gibts einen Thread mit einer Liste von PCB-Designs verschiedener 970er und 980er Karten um zu sehen was für Kühlblocks man verwenden kann (falls dich das interessiert): extreme.pcgameshardware.de/grafikkarten/355709-gtx-970-980-pcb-liste-fuer-nachruest-wasserkuehler.html

Kommentar von Nvidia4Ever ,

Das Referenz-Design (sowohl bei AMD als auch Nvidia) bietet aber einen Vorteil; es handelt sich um eine Rear-Exhaust Kühlung, während (fast) alle Hersteller auf den Open-Blower-Style setzen. Bei letzterem wird die umliegende Luft von den meist 2-3 Lüftern auf der GraKa angesaugt, über die Kühlflächer verteilt und dann an allen Seiten im Gehäuse verteilt. Die geschaffene Wärme wird dann im Optimalfall bei gutem Airflow durch die Gehäuselüfter nach draußen weitertransportiert. Wenn man nun aber ein sehr kleines System, z.B. ein mini ITX System in einem Rajintek Metis oder einem Silverstone Sugo SG13, plant, dann hat man im Gehäuse aufgrund des Mangels an Belüftungsmöglichkeiten kaum bis keinen Airflow, was logischerweise dazu führen würde, dass sich die verteilte warme Luft im Gehäuse staut und sich das koplette System immer weiter aufheizt. Genau in solchen Situationen macht das Referenz-Design Sinn, denn die Rear-exhaust Kühlung saugt Luft durch einen Lüfter an und lässt sie einmal dem PCB entlang an der Rückseite der Karte austreten, was zu keiner Temperaturveränderung im Gehäuse führt. Das diese Kühlform dank nur einem Fan, der dann logischweise schneller drehen muss, und der kleinen Austrittsfläche für die Luft lauter und allgemein ineffizienter ist, als ein Open-Blower-Design ist ja nur logisch, aber in solchen Szenarien nunmal oft die einzige Option.

Kommentar von FaronWeissAlles ,

Du hast schon recht. In bestimmten Situationen (du hast ja schon gute Beispiele genannt) ist ein guter Airflow kaum möglich und eine Rear-Exhaust-Kühlung ist eine sinnvolle Option.

Referenzdesign bedeutet aber nur sowas wie "vom Chiphersteller als Referenz vorgegeben". Würde nVidia einen Open Air Kühler als Referenz vorgeben, wäre der Unterschied offensichtlicher. Da aber praktisch alle Referenzdesigns eine Rear-Exhaust-Kühlung ("Blower-Style") haben wird "Referenzdesign" und "Rear-Exhaust" gerne mal synonym verwendet obwohl es keine Synonyme sind.

Für genannte Beispiele muss es nicht zwingend eine Referenzkarte sein, sondern jede andere Rear-Exhaust Kühlung bzw. Kühlung auf Basis von Radiallüftern würde es auch tun. Die ASUS TURBO-GTX960-OC-2GD5 zum Beispiel ist kein Referenzdesign, aber dennoch eine Blower-Style Karte.

Was das Angebot von Blower-Style Karten angeht: Es gibt durchaus einige Hersteller die eine im Sortiment haben (wie die genannte ASUS). Einfach mal auf Geizhals nach Radiallüfter filtern und nach der gewünschten GPU. Es gibt aber deutlich weniger davon als Open-Air-Kühler (mit Axiallüftern), da die Open-Air-Kühler im Normalfall was die Kühlleistung und Lautstärke angeht besser sind (sofern sie "atmen" können).

Bleibt die Frage wofür Supernick die Referenzkarte überhaupt haben will. Wegen der Rear-Exhaust-Kühlung? Aus ästethischen Gründen? Für Wasserkühlung? Rear-Exhaust lässt sich für die GTX 970 finden, Referenzdesign nur schwer. Daher nehme ich mal an dass es eher was mit der Ästhetik zu tun hat



Kommentar von Nvidia4Ever ,

Ich bin davon ausgegangen, dass Faron's Antwort bereits geklärt hat, was ein Referenzdesign ist, mit dem 1. Satz wollte ich eigentlich ausdrücken, dass es eben der Fall ist, dass das Referenzdesign sowohl bei AMD als auch bei Nvidia eine Rear-Exhaust-Lüftung nutzt, nicht, dass das Eine das Andere bedingt :)

Antwort
von NerdyByNature, 3

Hallo SuperNick,

Referenz meint das Design, das die Hersteller vorgeben, wenn eine neue karte auf den Markt kommt. Bei der GTX970 gibt es Hersteller, die die GTX im Referenz Design der GTX980 verpacken. Ist also ganrichts so großartiges dahinter, einfach nur eine nicht modifizierte Grafikkarte die so belassen wurde, wie es vom Hersteller empfohlen und ausgegeben wurde.

Ich hoffe Deine Frage damit beantwortet zu haben.

Lieben Gruß,

NerdyByNature

Hier noch ein Beispiellink:

http://www.pcgameshardware.de/Geforce-GTX-970-Grafikkarte-259503/News/Referenzde...

Kommentar von SuperNickfragt ,

Eigentlich geht es mir nur um den Standartkühler von Nvidia,wie man ihn jetzt wieder in der 980 Ti sehen kann, also rein um die Optik hier z.B: EVGA: http://www.mindfactory.de/product\_info.php/4096MB-EVGA-GeForce-GTX-970-Superclo... die hat Ähnlichkeiten mit dem Referenzkühler und eine von msi ebenfalls mit radiallüfter.

Kommentar von AnnaRisma ,

Wenn man im IN stöbert, findet man viele ähnliche Definitionen des Begriffs "Referenzdesign" im Zusammenhang mit Grafikkarten. Der Teufel steckt oft im Detail der Definitionen.

Ich selbst hab das stets so verstanden, dass der Chipdesigner (also Nvidia oder AMD) eigentlich nur die Grafikchips und deren Habitat entwickelt - noch nicht einmal die Herstellung dieser Chips kann von Außenstehenden gesichert Nvidia oder AMD zugeschrieben werden (bei AMD evtl eher?).

Nun kann man aber mit tollen Skizzen und Berechnungen zwar begeistern aber weniger überzeugen und damit es etwas gibt, das man den Leuten auch vorzeigen kann, werden eben ein paar Referenzgrafikkarten hergestellt (es soll wohl auch schon der Fall vorgekommen sein, dass es diese nur als virtuelle Vektorgrafik gab - gut, ein Foto eines Schnitzels kann man auch essen, schmeckt aber anders ...).

Diese Referenzkarten sind aber nicht für den Endverbraucher gedacht, vielmehr ähnlich wie beim "Urmeter" als Anhaltspunkt für die eigentlichen Grafikkartenhersteller - deshalb "Referenz"!

Der Endverbraucher würde mit ihnen auch gar nicht glücklich, schließlich stecken in ihnen noch sämtliche Kinderkrankheiten. Zum Ausgleich kosten sie jedoch einige zehntausend Euro (wie das eben so ist bei Einzelanfertigungen).

Weil nun aber der Mensch begehrt, was er sieht, hat man in den letzten Jahren den Begriff erweitert. So wie viele Motorradfahrer plötzlich und unbedingt gelochte Bremsscheiben haben wollten, bloß weil sie solche bei Rennmotorrädern sahen, wollten viele unbedingt Referenzgrafikkarten (wahrscheinlich aufgrund falsch verstandener Bedeutung des Worts "Referenz" - klingt ja ein bisschen wie "Auszeichnung", ist aber hier nicht so gemeint!). Gut möglich, dass in naher Zukunft "Referenzgrafikkarten" als eigene Kategorie angeboten werden, hundert Euro teurer ...

Ah ja, und noch was: "Design" kann "optische Gestaltung" bedeuten, im Sinn von "Dieser Stuhl hat ein ausgefallenes Design", aber auch schon in diesem Satz steckt mehr als nur das Aussehen. In aller Regel meint "Design" mehr und bezieht sich durchaus auch auf die Funktionalität. Im Bereich der Elektronik/IT ist der Begriff meist im Sinn von "Realisierung, Anordnung ..." gemeint. Das geht dann so weit, dass der Techniker vom PR-Kollegen völlig missverstanden wird, wenn er beispielsweise von "Gehäusedesign" spricht. Er meint dann weniger das hübsche Blümchenmuster oder das Schleifchen, sondern eher die Funktionalität - z. B. seine Fähigkeit, Komponenten sachgerecht aufzunehmen ohne dass diese sich beispielsweise gegenseitig erwärmen ...

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