Frage von DerLappen, 5

Was sind die rechtlichen Folgen, wenn jemand über meine IP im Internet illegale Sachen macht?

Nehmen wir an, mein PC würde von einem Trojaner befallen, der meinen PC zu einem Teil eines Proxy Netztes macht. Wenn sich dann jemand mit meinem Pc/Router verbindet und über meine IP illegale Sachen anstellt, wie z.B. etliche Songs auf Sharing Webseiten hochzuladen oder sich über meine IP in Staatliche Rechner hackt (jetzt Mal ganz übertrieben), dann würde ich ziemlich blöd in die Röhre gucken, wenn plötzlich Beamte vor meiner Tür stehen.

Könnte man sich gegen solch ein worst case szenario schützen?

  1. Rechtlich?
  2. Schutz in Form von Sicherheitssoftware etc.?

Hoffe jemand kann mir das erklären :)

Antwort
von Nvidia4Ever, 3

Ein guter Vireschutz ist sowieso immer zu empfehlen, ob kostenlos (z.B. AVG) oder kostenpflichtig (da mag ich ESET und Kaspersky), bleibt deinem Geldbeutel überlassen. Jede dieser Optionen schützt dich auf jeden Fall vor der großen Mehrheit aller Veren.
Solltest du dennoch Anzeichen für eine Infektion bemerken, so schnell wie möglich mit einem Programm wie Anti Malware Bytes versuchen, den Virus zu entfernen, sollte das nicht gelingen, setzt du am besten den PC neu auf (Festplatte auf jeden Fall formatieren, deshalb auch immer brav Backups machen ;).
Nun zur eigentlichen Frage:
Prinzipiell bist du in Deutschland so lange für Handlungen von deiner IP aus verantwortlich, bis du nachweisen kannst, dass es nicht du als Person warst, die durch diese agierte. Das zählt aber auch nur, wenn dein PC trotz von deiner Seite aus eingerichtetem angemessenem Schutz geknackt werden konnte. So viel zum Virenschutz, hilft auch wenn er versagt ^^.
Jedenfalls solltest du, wenn du nachweißlich zum Zeitpunkt der kriminellen Aktivität von einem Virus oder Hackerangriff betroffen gewesen bist, rechtlich ausreichend gewsschützt sein. Aber denk dran: Du MUSST nachweisen KÖNNEN, das etwas faul ist/war/jemand anderes gehandelt hat. Du brauchst einen handfesten Beweis. Nur zu wissen, dass du es nicht getan hast, reicht nicht. Du musst das Gegenteil nachweisen, solange du das nicht kannst, bist du schuldig.
Und, wie gesagt, du bist auch nur nicht-fahlässig, wenn dein System angemessen geschützt ist. Was angemessen heißt, muss wohl das Gericht oder sonst wer entscheiden, aber ein Anti-Viren Programm ist auf jeden Fall nicht verkehrt.

MfG Nvidia

Kommentar von DerLappen ,

Alles kla, danke für die Antwort^^

Antwort
von NerdyByNature, 2

Hey Lappen =8-)

Ja, Teil eines Bot-Netzwerkes zu werden ist natürlich keine schöne Sache. Allerdings glaube ich, dass beinahe jeder Rechner davon betroffen ist und das es so gut wie keine effektiven Schutzmaßnahmen gibt.

Die einzige Maßnahme, die mir einfiele wäre, wenn Du Deine Internetsachen immer mit einer Live-CD startest und keine aktive Festplatte damit eingebunden ist. Für das normale Arbeiten wäre ein Rechner ohne Internetzugang dann die richtige Lösung.

Das sehe ich als die einzige Maßnahme, die Dir eine beinahe 100%-igen Schutz einräumt Opfer von solchen Attacken zu werden. Klar ist auch, dass Du keinen WLAN Router nutzen darfst und grundsätzlich eine kabelgebundene Lösung nutzt. Den Router nach Nutzung dann vom Netz nehmen.

Die Nutzung von USB Sticks ist ebenso ausgeschlossen. Hier kommen nur CD/DVD-Roms in Frage.

Smartphones sind komplett ausgeschlossen!

Rechtlich ist es meist so, dass der Anschlussinhaber erstmal verantwortlich ist. Dann musst Du beweisen, dass Du damit nichts zu tun hast und Dein Netzwerk ausreichend gesichert ist. Außer Du hast Dir Dein Netzwerk nachweislich von einem Techniker einrichten lassen. Dann muss dieser nachweisen, dass die Einrichtung des Netzwerks nach allen gültigen Sicherheitsstandards eingerichtet wurde.

Lieben Gruß,

NerdyByNature


Kommentar von DerLappen ,

Danke für die Antwort hehe^^

Kommentar von sotnu ,

Hallo Nerdy. Warum wäre ein USB-Stick keine Lösung und eine CD schon ?

Kommentar von Nvidia4Ever ,

Auf einer gebrannte Disk kann, nachdem sie einmal gebrannt ist, nichts mehr geschrieben oder verändert werden. Bei USB Sticks ist das anders, deren Inhalt kann ja (fast) beliebig oft geändert werden, sowohl bewusst als auch unbewusst. Es gab in der nahen Vergangenheit z.B. ein Dell betreffendes Problem, bei dem durch das bloße einstecken einiger bestimmter USB Sticks ein Fehlercode im USB-Controller des PCs generiert wurde. Dieser generierte an sich schon Schadcodes für den PC und konnte dann außerdem auch auf den USB Sticks befindliche Schaddateien auf direktem Wege übers Mainboard direkt ins BIOS oder sonst wo durchgeschleifen, ohne irgendeinen Einfluss von außen.

Kommentar von HWHOO1 ,

Stimmt exakt, Nerdy !!!

Kommentar von NerdyByNature ,

Ach ja... Sämtliche WLAN und Bluetooth Karten ausbauen!

Und zum Thema USB Stick...

Mein Professor für Rechnerarchitektur an der FH hat einen USB Stick so manipuliert, dass er sich beim Einstecken als Tastatur angemeldet hat. Im Hintergrund hat er dann Daten von einem geschützen Bereich des Sticks auf den Computer transferiert und durch vorgegauckelte Tastatureingaben Vollzugriff auf den Rechner bekommen. Das ging blitzschnell und alles außerhalb des Sichtbaren für den Anwender.

Von daher ist ein Anschließen von USB-Geräten an Rechner mit Internetzugang vollkommen ausgeschlossen! Auch eine Tastatur kann natürlich manipuliert werden. Alles was Du über USB anschließt kann das ;)

Kommentar von FaronWeissAlles ,

Was man auch nicht vergessen darf ist die Möglichkeit dass der Router mit Schadcode manipuliert wird. Dann hilfts auch wenig wenn man ihn nach der Nutzung vom Netz trennt. Während man online ist kann er dann ja trotzdem missbraucht werden. Und dann kann man auch schwerer erklären dass man Opfer ist, da die fraglichen Aktionen immer dann passiert sind als man online war.

Einige Routerhersteller lassen es im Bereich Sicherheit auch gern mal schleifen und stehen deshalb auch öfter in der Kritik *hust* *hust* D-Link *hust*. Aber auch renommierte Hersteller (wie AVM) sind nicht gegen Sicherheitslücken gefeit. Entscheidend ist wie die Hersteller mit der Situation umgehen und wie schnell sie einen Fix bereitstellen

Kommentar von NerdyByNature ,

Klar, einen 100% Schutz gibt es im Internet nur dann, wenn man es nicht nutzt :D

Dann wäre die Variante via SIM Karte zu arbeiten noch die Beste. Allerdings nur bei zuvor eingebauten SIM Schächten und keine Variante die über den USB Stick funktioniert :D

Manipulationsmöglichkeiten gibt es unzählige.

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