Frage von msdos211, 26

Statt der Windows-Firewall besser eine kostenlose Firewall von einem anderem Hersteller nutzen?

Hallo, in der Zeitschrift Test 5//15 findet sich folgende Aussage: "...auch die kostenlosen Antivirenprogramme von Avira, AVG, Avast schützen gut ... haben aber keine eigene Firewall gegen Datenspionage. Den Datenverkehr überwacht dann die Firewall des Betriebssystems ... Windows ...** Die windowseigene Firewall schützt nur mittelmäßig vor Spionen" Frage: wenn ich z.B. Avast nutze, wäre es dann sinnvoll, wenn ich das kostenlose ZoneAlarm (oder eine andere Firewall?) installiere und dann die Windows-Firewall ausschalte?** Für Antworten: danke im Voraus

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FaronWeissAlles, 26

"...auch die kostenlosen Antivirenprogramme von Avira, AVG, Avast schützen gut ... haben aber keine eigene Firewall gegen Datenspionage. Den Datenverkehr überwacht dann die Firewall des Betriebssystems ... Windows ...** Die windowseigene Firewall schützt nur mittelmäßig vor Spionen"

Also entweder ist das von Laien oder für Laien geschrieben (oder beides). 

Zunächst mal überwacht eine Firewall nicht den Datenverkehr. Sie genehmigt bzw. verbietet bloß Netzwerkverbindungen anhand definierter Regeln. Sie ist sozusagen nur der Türsteher. Was der Gast denkt und im Club alles anstellen wird kann Hakan nicht wissen. Er kann nur versuchen anhand von Vorurteilen einzuschätzen wie sich der Gast wohl verhalten wird ("Port 6884, TCP, Quelle ist x.x.x.x, Anwendung: BitTorrent ... das klingt nach Ärger. Du kommst hier net rein!"). Die Firewall schützt einen praktisch gar nicht vor Spionen bzw. Spionageprogrammen. Was hält die Malware davon ab einfach Port 80 am Zielserver und HTTP zu nutzen? Für die Firewall sieht das dann nach Browser aus und der wird praktisch immer durchgelassen.

Die Standardeinstellung von Firewalls ist normalerweise so dass sie eingehende Verbindungsabfragen (teilweise oder grundsätzlich) ablehnen, ausgehende Verbindungsanfragen hingegen grundsätzlich zulassen - sofern ihnen nichts anderes gesagt wurde. Die Netzwerkeinstellung "Privates Netzwerk" "Arbeitsplatznetzwerk" und "öffentliches Netzwerk"  in Windows hat einen ganz erheblichen Einfluss auf die Firewallkonfiguration. Bei öffentlich wird grundsätzlich alles geblockt was von außen kommt. Der Rechner antwortet auf keinerlei Anfragen, nicht mal auf Ping. Der Rechner verhält sich als wöllte er sagen "Beachtet mich nicht, ich bin gar nicht da". Bei privat und Arbeitsplatz werden einige bestimmte Dienste von der Firewall zugelassen (Ping, Dateifreigabe, etc). Versucht ein Programm an einem Port für Verbindungen zu lauschen (= als Server agieren) wird der Nutzer gefragt ob man das will ("xxx.exe möchte Verbindungen aus dem Netzwerk/Internet zulassen").

Personal Firewalls wie ZoneAlarm oder in Anti-Malware-Suiten integrierte Firewalls machen nichts anderes wie die Windows Firewall. Allerdings fragen sie je nach Einstellung ob auch ausgehende Verbindungsanfragen erlaubt sind um dem Nutzer feinkörnigere Kontrolle zu geben welches Programm gerade ins Internet will. Aber auch hier überwacht die Firewall nicht was da übertragen wird. Auch der "Gaming-Modus" kann unter Umständen ganz praktisch sein (wenn man Server sein will / das Spiel hosten will). Hier erlaubt die Firewall grundsätzlich eingehende Verbindungsanfragen die aus dem lokalen Netzwerk kommen. Dadurch muss man die Firewall beim zocken nicht komplett abschalten. Denn schützen tun Firewalls schon, auch wenn sie sich leicht täuschen lassen und nicht kontrollieren was übertragen wird. Sie sorgen dafür dass niemand einfach so auf bzw. in den Rechner kommt und sorgen damit dafür dass du so blöd sein musst eine Malware auf deinen Rechner zu laden und auszuführen.

So, aber zurück zum eigentlichen Frage: In Anbetracht dessen was die Windows-Firewall leistet, was andere Firewalls leisten und wie wichtig das für die Computersicherheit ist würde ich jetzt nicht direkt dazu raten die Windows Firewall durch eine andere zu ersetzen. Die Aufgabe der Firewall ist verhältnismäßig einfach, das schafft auch Windows selber. Viel wichtiger ist es eine wirkungsvolle, aktuelle Anti-Viren-Lösung installiert zu haben. Die muss auf Zack sein und möglichst schnell die neusten Schädlinge erkennen können. Bringt der Scanner eine Firewall mit kannst du sie ja verwenden. Aber "sicherer als die Windows-Firewall" ist sie nicht zwangsweise. Die Windows-Firewall müsste m.W. auch automatisch deaktiviert werden wenn du eine andere benutzt. Mehrere Firewalls benutzen macht eher keinen Sinn und ich weiß auch gar nicht so genau ob das geht.

Nerdy rät zu Kaspersky, ich verwende die Gratis-Version von Comodo und hatte noch nie Probleme. Gratis-Lösungen müssen nicht zwangsläufig schlechter sein. Ein seriöser Anti-Viren-Software-Hersteller liefert die neusten Virensignaturen an alle Editionen gleichzeitig aus (und nicht verzögert and die Gratis-Version) und bietet in der Kauf-Version einfach nur umfassendere / mehr Features. Kaspersky, Comodo, avast und AVG sind durchaus OK. Von Microsoft Security Essentials und ZoneAlarm rate ich eher ab.

Letztendlich gilt: Das größte Sicherheitsrisiko sitzt vor dem Rechner

Kommentar von NerdyByNature ,

Huhu Faron ;)

Zum letzten Satz meine absolute Zustimmung... Das Meiste ist auf Fehler40 zurückzuführen. Der Fehler der 40cm vom Bildschirm entfernt sitzt :D

Eine Empfehlung kostenfreier Tools kann ich allerdings nicht geben. Vielleicht dann wenn Du wirklich weißt, was Du tust und wo Du drauf klickst und was Du so alles installierst. Die Wenigsten wissen allerdings was sie tun und machen sich keine Gedanken, wo sie draufklicken :D

Antwort
von NerdyByNature, 16

Huhu msdos,

kostenfreie Programme schützen nicht wirklich und zeichnen sich beinahe allesamt durch eine unglaublich hohe Fehlerquote aus. ZoneAlarm ist eine Systembremse, würde ich nicht wirklich empfehlen.

Meine ganz klare Empfehlung ist die "Kaspersky Internet Security 2015". Durchweg sehr gute Bewertungen und ein wirklich sehr guter Schutz. Die Lizenz kostet bei Ebay (bitte nur bei Topverkäufern!) nicht mal 15 Euro für ein Jahr. Herunterladen kannst Du Kaspersky von der Herstellerseite selbst. Da hast Du dann auch einen Monat Zeit Dich von den Leistungen zu überzeugen.

Lade Dir einfach die Testversion herunter. Die findest Du hier

http://www.kaspersky.com/de/downloads

Lieben Gruß,

NerdyByNature

Kommentar von eedan ,

kostenfreie Programme schützen nicht wirklich und zeichnen sich beinahe allesamt durch eine unglaublich hohe Fehlerquote aus.

Diese Aussage kann ich nicht bestätigen.

Ich habe immer, über Jahrzehnte, Freeware benutzt und nie Probleme damit gehabt.

Vorausgesetzt ist natürlich, dass man auch sein Gehirn einschaltet beim surfen und nicht auf alles klickt was blinkt. ;-)




Kommentar von NerdyByNature ,

Huhu eedan,

es ist ein Trugschluss zu denken dass alles okay sei, nur weil keine Probleme auftraten. Das bedeutet um Umkehrschluss mit nichten, dass das Programm funktioniert und seine Arbeit macht!

Zum zweiten Teil hast Du meine volle Zustimmung. Mit Links ist es wie mit Pilzen. Man sollte nicht jeden essen den man im Wald findet ;)

Kommentar von eedan ,

Hallo NerdyByNature,

Was kann in ca. 15 Jahren nicht funktioniert haben/schief gelaufen sein, ohne das ich das nicht bemerkt hätte?

Kannst du mir ein Beispiel nennen?

Gruß eedan

Kommentar von NerdyByNature ,

Huhu eedan,

wenn Du Dich gut auskennst und die richtigen kostenfreien Programme nutzt und weißt was Du tust, dann kannst Du sicherlich auch mit kostenfreien Programmen gut auskommen.

Die wenigsten Menschen wissen allerdings was sie tun. Sonst wäre unsere Welt anders! Von daher ist eine Kauflösung die raltiv sicherere, weil diese auch Fehlverhalten besser abdeckt als die kostenfreien Varianten ;)

Zudem muss man einfach sagen, dass Firmen wie Kaspersky einfach einen ganz anderen Etat für die Entwicklung ihrer Algorithmen hat. Wenn da ein kostenfreies Produkt mithalten könnte, wäre es sehr komisch und Kaspersky sollte sich fragen wozu sie eigentlich so intelligente Menschen mit viel Geld dafür bezahlt ihre Produkte zu entwickeln ;)

Kommentar von NerdyByNature ,

raltiv?!?!? Vertippt und zugenäht :D relativ sollte das heißen ;)

Kommentar von eedan ,

Danke für deine Einschätzung.

Ich hatte schon den Eindruck, dass du kostenfreien Programmen jegliches Können absprichst.

Kommentar von NerdyByNature ,

Nein, ganz und garnicht. Ich liebe Freeware ;)

Es ist fast nie die Software, der ich das Können abspräche :)

Kommentar von eedan ,

Hmm, hier liest es sich ganz anders:

..kostenfreie Programme schützen nicht wirklich und zeichnen sich beinahe allesamt durch eine unglaublich hohe Fehlerquote aus

Kommentar von NerdyByNature ,

Ja, das ist ja auch Fakt ;) Die Fehlerqoute bei Avast beispielsweise ist tatsächlich erschreckend hoch. Wenn Du als Anwender dann nicht weißt, ob das nun Quatsch ist was da angezeigt wird oder ernst, dann löschst Du Daten, die Du eigentlich bräuchtest.

In der Erkennung von neuen Viren, Würmern und Trojanern ist die Heuristik bei weitem nicht so gut wie die im Vergleich zu kostenpflichtigen Programmen. 

Ich könnte hier noch eine ganze Litanei herunterbeten, was für kostenpflichtige Programme im Bereich der Sicherheit spricht!

Kommentar von eedan ,

Okay, jeder hat seine Meinung und darf sie auch haben. Nur nutzt unsere Diskussion dem Fragesteller/der Fragestellerin nicht viel, darum möchte ich sie hier auch beenden.

Gruß eedan

Kommentar von NerdyByNature ,

Das stimmt wohl :) Trotz allem eine gute Diskussion... Wäre aber tatsächich eher etwas für einen OT Thread, den es hier leider so nicht gibt :D

Antwort
von erickk, 13

Ich würde auf jeden Fall nicht unbedingt auf die Windows Firewall bauen... Nimm lieber gutes Antiviren Programm kaufen. Kaspersky zB

Antwort
von eedan, 11

Ich nutze seit Jahren avast! Freeware und die betriebseigene Firewall von Windows und bin zufrieden. Bisher keine Probleme.

Kommentar von eedan ,

Von ZoneAlarm würde ich allerdings auch abraten.

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