Frage von shanks1896, 61

Könnte mich der PC-Kerl betrogen haben?

Meine Festplatte hat einen Schlag abbekommen. Anschließend habe ich den Laptop neu gestartet im abgesichertem Modus. Der hat dann hochgefahren und der Desktop war zusehen mit meinem Wallpaper und allen Programmen. Dann habe ich den erstmal arbeiten lassen und bin weggegangen. Als ich wiederkam, war der Bildschirm wieder schwarz. Danach hat es auch nicht mehr funktioniert den hochzufahren.

Nun bin ich zu einem IT-Spezialisten. Der hat die Festplatte in sein Lesegerät gesteckt und hat gesagt die hätte einen physischen Schaden und noch irgendwas, Er würde schauen, ob was zu retten ist und sich melden. Nach einer Woche hat er sich dann gemeldet und gesagt auf herkömmlichen weg wäre nichts zu holen. Er könnte ein "Datenrettungslabor" oder so ähnlich machen, dies wäre aber teurer und würde ein Monat dauern. Da habe ich dann nein dazu gesagt. Dafür, dass er nichts tun konnte, hat er mir 20 € berechnet.

Mich wundert, dass da nichts zu holen war, wo doch mein Laptop es geschafft die zulesen und sich erstmal hochgefahren hat. Wollte der Kerl mir etwa die teure Aufbereitung aufschwätzen? Oder hat er ein anders Ziel verfolgt? Außerdem hat er auf seiner Webseite stehen: Fehlerdiagnose und Kostenvoranschlag: kostenfrei ! Dann berechnet der mir für keinen Erfolg 20 €. Und das Gerät braucht doch nicht eine Woche um das zu Prüfen oder?

Antwort
von FaronWeissAlles, 50

Mich wundert, dass da nichts zu holen war, wo doch mein Laptop es
geschafft die zulesen und sich erstmal hochgefahren hat. Wollte der Kerl
mir etwa die teure Aufbereitung aufschwätzen?

Nicht unbedingt. Solche Fehlerbilder gibt es tatsächlich. Ich hab z.B. eine ältere 500GB Festplatte zuhause die einen Schaden hat. Die wird ganz normal erkannt und die Dateien werden auch alle aufgelistet. Versuche ich aber Dateien zu kopieren sinkt die Kopiergeschwindigkeit nach kürzester Zeit auf 0 - Kopieren unmöglich. Zwar nicht bei allen Dateien aber bei den meisten. Da haben wohl einige Platter bzw. Lese-/Schreibköpfe was abbekommen dass das nicht mehr richtig funktioniert. Den Geräuschen nach hört sich das auch verdächtlich nach einem Headcrash an. Also dass die Platte zeitweise noch ging, der Techniker einen Schaden diagnostiziert hat und trotzdem nichts retten konnte ist durchaus im Bereich des möglichen. Bei einem Headcrash oder generell Mechanikproblemen kann man als Normalsterblicher/Techniker auch nichts mehr machen, da hilft dann nur das Datenrettungslabor, das die Festplatte öffnet, die Scheiben entnimmt und dann ausliest. Ist entsprechend teuer.

Außerdem hat er auf seiner Webseite stehen: Fehlerdiagnose und
Kostenvoranschlag: kostenfrei ! Dann berechnet der mir für keinen Erfolg
20 €

Wenn du ihn damit konfrontierst und nett bittest könnte er vielleicht drauf verzichten. Du hättest aber besser vorher nochmal persönlich nachgefragt ob das wirklich gratis ist. Ich find das zwar auch unangenehm dass man 20€ für nichts zahlen soll, auf der anderen Seite eine Fehlerdiagnose und Rettungsversuch auch ein wenig Arbeitszeit die er investiert hat. Wie viel es tatsächlich war kann man allerdings nicht sagen. Er könnte sich ne halbe Stunde persönlich deiner Platte gewidmet oder das Ding einfach nur an ein Gerät gehängt haben - je nachdem wie einfach er sich das Leben macht. Die Prüfung dauert aber definitiv keine Woche. Diese lange Wartezeit kommt eher davon dass deine Festplatte eine geringere Priorität in seinem Zeitplan hatte.

Datenrettung nach einem Festplattenausfall ist extrem unangenehm. Das Szenario sollte man mit Backups oder Redundanz verhindern. Hier hat Cloudspeicher auch eine sinnvolle Anwendung.

Antwort
von sdeluxe64, 39

Kostenlose arbeit würdest auch du nicht anbieten, von daher sind 20 Euro noch völlig im rahmen. Eine Woche ist verständlich, wenn man viele Aufträge hat und man nicht genug Personal, höchstwahrscheinlich auch nur zu zweit in dem Laden arbeitet(einer an der Kasse und einer hinten in der Werksatt). Du kannst es ja selber testen. Lege eine Linix Live CD(Knoppix oder Puppy Linux) ins Laufwerk und schau nach ob die festplatte erkannt wird und wenn ja, ob noch Daten vorhanden sind. Datenrettungslabore, sind tasächlich sehr kostenintensiv, um die 600 euro. So etwas lohnt sich wirklich nur wenn die Verloren gegangenen Daten von woanders nicht wieder zu beschaffen sind, wie Geschäftsdokumente, Doktorarbeiten usw. Von daher empfehle ich dir es erstmal selber zu testen und nicht gleich den IT-Heini zuverdonnern. Der muss ja auch von was leben! ;-)


Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten