Frage von BelaB, 60

Ist meine neue Festplatte zu gut für meinen Laptop?

Ich habe mir vor etwa 4 Wochen eine neue Festplatte für meinen Laptop gekauft, da die alte den Geist aufgegeben hatte. Daraufhin bin ich zu einem "Computerfachmann" meines Vertrauens gegangen, mit der Bitte, die alte durch eine neue auszutauschen. Das hat er auch getan und nach 2 Wochen konnte ich ihn mir wieder abholen. Überraschenderweise war mein Laptop jetzt um einiges schneller als davor.

Äußerst zufrieden benutzte ich also meine neue Festplatte bis mein Laptop plötzlich während einem Spiel abstürzt. Vermutlich ist er überhitzt, was der alten Festplatte aber kein Problem war. Da frage ich mich ob die Festplatte eventuell "zu gut" für mein System ist? Würde mich über eine Antwort freuen und falls Informationen über Laptopt etc geraucht werden kann ich diese natürlich gerne weiterleiten. :)

Lg

Antwort
von AnnaRisma, 43

Wenn "Die Ärzte" Punk sind, ist der "Playboy" Porno ...

Hallo BelaB,

ja, das ist möglich ... Gut, die Formulierung "zu gut" werde ich nicht übernehmen, denn schließlich besitzt eine rundum "gute" Festplatte auch eine möglichst geringe Verlustleistung ...

Also, es gibt Notebook-Festplatten, die "verbrauchen" im Betrieb gerade mal anderthalb Watt, Beispiel: http://geizhals.de/western-digital-wd-blue-mobile-250gb-wd2500lpvx-a934340.html?... und andere, die sich mehr als das dreifache gönnen ...

Diese Verlustleistung ist in der Praxis natürlich nichts anderes als Wärme und wenn nun in einem Notebook ohnehin schon recht hohe Temperaturen herrschen, kann der Einbau einer leistungshungrigeren HDD natürlich bewirken, dass in irgendeinem Bereich die Kühlung nicht mehr ausreicht. Bei modernen Komponenten ist automatisches Abschalten die Folge.

Mit einem geeigneten Tool kannst du einige Temperaturwerte in deinem Klapprechner auslesen. Als Freeware erhältlich sind SiW, Speccy, hwinfo32/64 und, und, und ...

Ich selbst benutze die Kaufversion von AIDA64, meiner persönlichen Beobachtung nach kann man dessen Angaben am ehesten vertrauen, etliche Tools vermelden nämlich Hausnummern statt Temperaturmesswerte. Ein Indiz für falsche Anzeigen sind immer wieder die vermeldeten Anfangswerte unmittelbar nach dem Einschalten des Rechners. Zeigt ein Tool z. B. eine Festplattentemperatur von 16 °C, stimmt etwas nicht ... oder du solltest mal in eine beheizte Wohnung umziehen ...

Kommentar von BelaB ,

Danke für die ausführliche Antwort :)

Ich habe die Temperaturwerte jetzt überprüft und bekomme raus:

CPU: Min. 36°C Max. 85°C

SSD: Min. 30°C Max. 35°C

Da ich damit jetzt nicht alzu viel anfangen kann, wollte ich fragen, ob diese Werte durchaus normal oder zu hoch sind?

Außerdem ist mir dabei erst aufgefallen das die neue Festplatte eine SSD und keine HDD mehr ist, was die deutlich bessere Leistung des Laptops erklärt :) Um genau zu sein: "Samsung SSD 850 PRO 512GB" falls das Relevanz hat :§

Lg

Kommentar von AnnaRisma ,

Erstens sind das für ein Notebook durchaus normale Werte und zweitens zeigen sie, dass es nicht an der Festplatte/SSD liegt (stets vorausgesetzt, die ermittelten Werte stimmen).

Sicher, es gibt noch den Effekt, dass dadurch, dass Daten von einem schnellen Speichermedium in größeren Mengen pro Zeiteinheit geliefert werden können, natürlich weiter beteiligte Komponenten mehr arbeiten müssen (und mehr Arbeit bedeutet mehr Schweiß, das weiß jedes Kind ... bei elektronischen Komponenten eben mehr Verlustleistung und somit mehr Wärme).

Für eine nennenswerte Erhöhung der Gesamttemperatur reicht dieser Effekt aber i. A. nicht aus, denn dann müssten ja minutenlang große Mengen an Daten von der SSD gelesen oder auf sie geschrieben werden, was eigentlich nur beim Kopieren/Verschieben von Daten vorkommt ... und bei derlei Prozessen wird die CPU nicht weiter belastet ...

Vielleicht gibt es ja jemanden, der diese Frage hier liest und etwas zum Thema beitragen kann, ich selbst habe mich mit diesem Effekt noch nicht nennenswert beschäftigt ...

Letztlich vermute ich eine andere Ursache für die Abstürze. Am wahrscheinlichsten ist schlicht und einfach die ganz normale "Verstaubung" des Klapprechners durch Umweltstaub. Die tritt bei jedem Notebook mehr oder weniger stark nach einer gewissen Zeit auf. Ebenso denkbar: Überalterte Wärmeleitpaste oder Bewegung des Kühlkörpers durch/bei einen/m Eingriff in den Rechner, wodurch eben auch der Wärmeübergang zwischen CPU und Kühlkörper verschlechtert wurde. Im Lauf der Zeit wird Wärmeleitpaste hart und spröde. Bewegt man dann den Kühlkörper auch nur um Millimeterbruchteile, reißt die harte Masse und es entsteht eine haarfeine Lücke, die aber ausreicht, damit die Wärme etwas schlechter abgeführt werden kann.

85 °C maximal sind zwar nicht schön, für ein Notebook aber leider ziemlich normal. Interessant wäre, zu wissen, ob DANN, wenn der Rechner abstürzt die CPU-Temperatur höher liegt, und wenn ja, um wie viel.

Natürlich ist die CPU nicht der einzige Prozessor und auch nicht die einzige wärmeerzeugende Komponente im Computer. Daneben werden auch GPU, Chipsatz und sogar der Arbeitsspeicher gern sehr heiß.

Kommentar von BelaB ,

Ich denke nicht, dass es daran liegt dass Daten von einem schnellen Speichermedium in größeren Mengen pro Zeiteinheit geliefert werden.

Das mit der Verschmutzung habe ich auch schon des öfteren in Angriff genommen, jedoch immer nur mit dem Staubsauger an die Öffnungen, da ich es einfach nicht hinbekomme das Gerät zu öffnen. Er hat etwas von einem kleinen Panzer.
Wärmeleitpaste hör ich zum ersten Mal klingt aber wie die Lösung all meiner Probleme ;) Sollte man ihn einschicken, damit das jemand für einen macht bzw. kann man überprüfen ob man überhaupt eine braucht? Danke im vorraus :)

lg

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