Frage von sotnu, 30

Fragen rund um SSD im Vergleich zu HDD?

Also ich überlege mir gerade ob ich mir eine SSD zulegen soll. Eine für SATA 600MB/s. Ich würde auch gerne wissen, ob ihr findet, ob es sich lohnt, denn meine Festplatte ist schon nicht schlecht.

Folgende Daten meinerseits:

Festplatte: WDC WD 100FAEX. (Laut ATTO Disk Benchmark schreibt sie mit 125MB/s und liest mit 128MB/s und laut Crystal Disk Mark schreibt und liest sie mit 110MB/s)

Prozessoer: i5 760 (2.8 GHz)

RAM: "PGV38G1600ELK" 2x4 GB 1600MHz DDR3

Zu den Fragen:

1.: Wichtig wäre noch zu wissen, was genau die Geschwindigkeit der Festplatte beeinflussen kann bzw. ausbremsen. Bezogen auf SSD und HDD (SATA 3 lässt ja glaub ich 600Mbyte/s durch, und das reicht völlig aus. Also das nicht mit einbeziehen, ausser ich täusche mich. Ich habe nämlich irgendwie noch keine Antwort darauf gefunden.

2.: Welche Marke würdet bzw könnt ihr empfehlen ? Mein Bruder hat eine von Kingston. Ein attraktives Angebot habe ich auch schon bei Samsung gesehen. Was empfiehlt ihr ?

3.: Kennt ihr gerade eine SSD, die ihr mir empfehlen würdet ? Ich will schon mind. 400 MB/s lesen und (!) schreiben haben und auch 256 oder 512 GB Speicherkapazität

4.: Würdet ihr in meiner Situation eine SSD kaufen ? Also mit dieser Festplatte wie oben angegeben ? Würdet ihr allgemein zu einer SSD wechseln ? Wichtig wäre für mich auch, warum nein oder ja.

5.: Z.B. bei Atto Disk Benchmark gibt es solche Einstellungsmöglichkeiten... Die Transfergrösse und die Transferlänge. Da frage ich mich, was denn da das jeweilige bedeutet ? Eins davon ist natürlich die Grösse von der Datenmenge die da simuliert wird, nehme ich an, aber was ist das andere ? Denn die Werte schwanken da stark.

6.: Eventuelle Vorteile und Nachteile der beiden ? Abgesehen von Zugriffszeit und Geschwindigkeit

7.: Welche Werte sind wichtig bei einer SSD? Also z.B Wie viel Cache und gibt es da verschiedene Arten, Zugriffszeiten oder Technologien die evtl besser wären.

Danke schonmal für eure Antworten und ja, ich weiss es ist ein Musterfragenkatalog ;)

Gruss sotnu

Antwort
von AnnaRisma, 30

Hallo sotnu,

zu 1: Herkömmliche Festplatten besitzen einen Schreib-/Lesekopf, der zunächst an die richtige Position bugsiert werden muss. Denn Daten liegen fast nie wie eine Perlenschnur hintereinander. Schreibst du einen Brief mit Word und änderst drei Tage später das Datum oder fügst etwas hinzu, wird das ja an einer anderen Stelle der Festplatte abgelegt. Arbeitest du dann mit dem Dokument, flitzt der Schreib-/Lesekopf zwischen den einzelnen Bereichen hin und her. Das entfällt bei einer SSD, da sie ja keine mechanischen Bauteile enthält.

600 MB/s ist falsch. Durch die "8b/10b-Kodierung" erreichen Serial ATA 6,0 Gbit/s-Schnittstellen etwa 480 MB/s: https://de.wikipedia.org/wiki/8b10b-Code

zu 2: ich empfehle grundsätzlich keine Produkte! Bisher fand sich einfach kein Hersteller, der bereit gewesen wäre, mich dafür zu bezahlen. Die Produkte von Samsung genießen jedoch einen guten Ruf - gleichzeitig lieferten die SSDs von denen mit die heftigsten Bugs ...

zu 3: Schau dir mal die Samsung SSD 850 Evo - und wehe, du kaufst dir eine, erwischt ein Montagsmodell und redest dann schlecht über mich!

zu 4: Ja klar, wenn ich so reich wäre wie du, würde ich keinen Augenblick zögern ... Der Geschwindigkeitsvorteil einer SSD macht sich immer dann bemerkbar, wenn Daten von ihr gelesen werden müssen (Systemstart, Programmstart ...). PCs mit SSD fühlen sich im Betrieb meist deutlich spürbar geschmeidiger an.

zu 5: Das sollen die Hersteller dieser Tools lieber selbst und verständlich erklären!

zu 6: Vorteile der SSD: keine mechanischen Teile, dadurch theoretisch kein Verschleiß (praktisch wirst du nie etwas ohne Verschleiß kaufen können, der Hersteller wäre wohl mit dem Klammerbeutel gepudert ...), theoretisch weniger Verlustleistung (praktisch brauchen etliche SSDs sogar mehr Strom als so manche 2,5-Zoll-Festplatte), somit auch theoretisch geringere Erwärmung (praktisch ...), Erschütterungunanfälligkeit, Geräuschlosigkeit, höhere Geschwindigkeit, geringeres Gewicht ...

Nachteile der SSD: teurer (eigentlich wesentlich billiger, zurzeit kosten NAND-Flashs nur noch wenige Cent, die Hersteller/Händler halten die Preise aber absichtlich hoch, erstens weil sie glauben, so mehr zu verdienen und zweitens weil sie sich vor dem bodenlosen Preisrutsch fürchten, der eintritt, wenn der erste ausschert und realistische Preise verlangt), im Datenverlustfall "sperriger".

Kommentar von AnnaRisma ,

... in einem Wort mit 28 Buchstaben kann man schon mal ein "s" vergessen ... hier ist es!

Kommentar von sotnu ,

Hallo AnnaRisma, danke (wieder einmal :)) für deine ausführliche Antwort!

Zu 1.: Ok, dass ist natürlich für kleine Dateien gut.

Aber da steht ja 25% bzw 20%, je nach Betrachtungspunkt... SATA hat doch theoretisch 6Gbit/s also abzüglich 20% (wenn man diesen Wert als 100% betrachtet) wären es 4.8 Gbit/s und das wären dann ja 600Mbyte/s. Oder  habe ich etwas ausser Acht gelassen ?

Zu 2.: Das hört sich ja mal garnicht gut an. Alte Daten werden also angeblich unter Umständen im 2-stelligem Bereich transferiert. Und laut Kommentare kriegt man trotz Garantie keinen Ersatz.

Zu 3.: Ja die habe ich mir auch schon angeschaut, aber ich habe mir gedacht, es kann doch nicht sein, dass eine der Besten auch so billig ist. Habe gedacht, da muss etwas faul sein.

Zu 4.: Ich bin eigentlich überhaupt nicht reich :) Ich Träume meistens nur bevor ich das Geld habe ;) Ich kann eben nicht entscheiden, weil ja im Grunde nur, wie du schon sagst, das Lesen wirklich spürbar ist, denn Schreiben hängt ja oft sowieso mit dem Download zusammen, und der ist meist nicht so schnell (bei mir 2Mbyte/s).

Zu 5.: Finde ich auch !

Zu 6.: Naja die Vorteile sind jetzt nicht so berauschend, ausser vlt die geringere Wärmeentwicklung.

Zu 7.: Leider hat der Support meine Bearbeitung zu spät freigegeben. Würdest du diese Frage auch noch beantworten ? Wäre sehr nett. Also welche Technologie besser ist (SSD ist ja nicht gleich SSD so weit ich weiss). Und eben das Cache, ob es da auch verschiedene Technologien gibt.

Kommentar von AnnaRisma ,

ou ... ou ... ou, hin und wieder erwähne ich es, vielleicht sollte ich eine Standardfloskel draus machen ... Natürlich beinhalten meine Antworten Fehler! Solche Fehler findet man allerdings auch bei jedem PC-Sachbuchautor, bevor der Lektor in der Tür stand und ... "ich hätte da noch ein paar Unklarheiten ..." ...

Ich bin in dem Moment, als ich die Antwort verfasste von 600 MB/s netto ausgegangen (warum auch immer) ... bin ja damit in guter Gesellschaft ... selbst unsere derzeit nicht mehr so geliebte Kanzlerin (zehn Jahre tut sie gar nichts und belegt Platz eins auf der Beliebtheitsskala, dann sagt sie endlich mal was Konkretes [und sogar Richtiges!] und schwups ... los ist sie den Platz ... komisches Volk ...) brachte ja schon "bretto" und "nutto" durcheinand ...

Also 600 MB/s als theoretische Maximalgrenze ist richtig! In der Praxis bestimmt die tatsächliche Geschwindigkeit des Controllers und natürlich sowieso die Art der Daten (hatten wir schon einmal ... jeder kennt das, dass beim Kopieren/Verschieben je nach Datenmaterial die Transferwerte apokalyptisch einbrechen können!). Fakt ist jedenfalls, dass ich in dreißig Jahren Hochstaplerkarriere als Computerexperte niemals 600 MB/s beim Kopieren/Verschieben von echten Daten gesehen habe - nicht mal als Höchstwert! Nicht über SATA!

Dann noch zum Unterschied der Technologien: Die Samsung SSD 850 Evo unterscheidet sich von der 850 Pro dadurch, dass ihre NAND-Flashs (also die Speicherzellen) in "TLC"-Technologie aufgebaut sind (Pro = "MLC"). Bevor ich jetzt einen Vortrag über "SLC", "TLC", "MLC" usw. verfasse (der dann doch wieder nur etliche Fehler enthält, s. o.), hier nur der Hinweis, dass Experten davon ausgehen, dass "TLC"-NANDs eine erheblich geringere Lebensdauer als "MLC"-NANDs besitzen.

Da fällt mir wieder einer der ältesten Gegenstände in meinem Besitz ein ... eine vor vierzig Jahren bei Kaiser's für 19,95 DM (also rund 10 Euro) gekaufte Aluleiter. Damals eigentlich nur für den temporären Einsatz erworben und nie pfeglich behandelt, tut sie auch heute noch absolut stabil und zuverlässig ihren Dienst (und ich bin kein Leichtgewicht!). Die teuerste von mir je erworbene SSD liegt hingegen nur noch als Anschauungsobjekt in der Schublade und ließ sich auch mit drei verschiedenartigen Backofenbehandlungen nicht wieder zum Leben erwecken ...

Cache ist bei SSDs eigentlich kein großes Thema mehr (in unseren Heimanwenderbereichen!). Wenn tatsächlich Übertagungsraten von rund 500 MB/s geboten werden, reicht das für unsere Anwendungen völlig aus ... allerdings habe ich mich damit auch noch nicht ausführlich beschäftigt (ich meine, es gibt ja noch andere Dinge im Leben als die Computerei ...).

Kommentar von AnnaRisma ,

Wenn also einer eine "850 Evo" erwirbt um ein paar Euro gegenüber der "Pro" zu "sparen" und diese dann drei Jahre vor der "Pro", die sein Kumpel erworben hat, verendet, ging alles mit rechten Dingen zu.

Was aber, wenn beide SSDs nach zehn Jahren noch laufen?

Kommentar von sotnu ,

Ach so :) Perfekt kann man ja nicht sein, ich wollte sicherheitshalber nur nochmals nachfragen :)

Und wie ist deine SSD denn kaputt gegangen ? Hat sie einfach den Geist aufgegeben ? Welche hattest du denn ? Nicht zufällig eine Samsung oder ? Und warum hast du sie in den Backofen getan, oder war das nur so eine Redensart ?

Und hört sich so an, als ob es sich lohnen würde, eine SSD mit diesen Zellen zu nehmen. Habe aber einmal ein Test gelesen. Die Evo kann, sofern ich mich nicht verrechnet habe, 40GB pro Tag schreiben und das 10 Jahre lang. Die Pro einfach 80 GB. Zumindest auf dem Datenblatt und nur bei der 500GB und der 1TB Version.. Aber es wäre für mich beides völlig ausreichend. Ich schreibe nie im Leben 40GB pro Tag und ich finde, nach 10 Jahren ist neue Hardware angebracht (Wobei eine SSD ja sowieso genug schnell ist).

Danke nochmals für die Antworten. Ich werde mich am besten noch ein wenig mit diesem Thema beschäftigen. Und ja es gibt natürlich noch anderes als die Computerei. Film schauen z.B ;)

Nein Spass, es gibt natürlich schon noch wichtigeres, aber mich interessiert dieses Thema.

Ach ja und das mit dem Button für die letzte Antwort habe ich nicht ganz verstanden :) Ich stehe gerade auf der Leitung...

Kommentar von AnnaRisma ,

"Film schauen" ist durchaus wichtig und richtig (die, in denen die Darsteller überwiegend Kleidung tragen, sind meist wertiger - komisch, oder?).

Es war eine OCZ - zum damaligen Zeitpunkt galt die noch als empfehlenswert ... stutzig wurde ich, als OCZ irgendwann die Firmwareupdates nur noch online (also bei aktiv bestehender Internetverbindung) anbot ... dann ging es ja auch bergab mit der Bude ... eigentlich sind die längst pleite ... k. A. warum wieder SSDs unter dem Namen angeboten werden ... für mich ist die Firma gestorben! Die SSD starb abrupt, ohne Hinweise, ohne Chopins Trauermarsch ... einfach so ...

Zum Thema Backofen: https://www.google.de/search?q=Grafikkarte+Backofen&ie=utf-8&oe=utf-8&am...

Computerfrage hat den DH!-Button bei Antworten abgeschafft und durch einen "Danke"-Button und zwei Pfeilen ersetzt ... Mir gefiel der DH!-Button - wie es ihn nunmehr bei Kommentaren gibt, die man früher gar nicht bewerten konnte (außer durch einen zusätzlichen Kommentar) - besser ...

Natürlich ist es eleganter, sich sprachlich zu bedanken, als einfach diesen Button zu betätigen, ich wollte nur auf seine Existenz hinweisen, weil ich in eigener Antwort schrieb, dass die Frage ein DH! erhält (bei Fragen geht DH! auch ... nur eben komischerweise bei Antworten nicht mehr ...)

Ist nicht wichtig, ich verstehe ohnehin nicht ... ist so, wenn man alt wird, da sitzt man mit heruntergeklappter Kauleiste vor der Glotze weil man keinen einzigen der anmoderierten "Stars" namentlich kennt ... dann ist es einem auch egal, wenn man bei CF nicht mehr durchblickt ...

Kommentar von sotnu ,

Wirklich sehr eigenartig ;-)

Dann nehme ich von denen lieber keine SSD. Aber wie kann man denn ein Firmenupdate ohne Internet sonst runterladen ? Schlussendlich braucht es doch Internet.

Das mit dem Backofen habe ich auch noch nie gehört. Ist ja mal was ganz neues :-)

Ich habe mich jetzt aber entschieden, noch keine zu kaufen. Ich warte noch bis sie ein wenig billiger sind. Denn ich als Gamer habe keine Lust, die ganze Zeit Spiele zu deinstallieren und andere zu installieren. Ich bräuchte schon minimum 500GB, aber lieber 1TB. Aber das ist mir beides einfach zu Teuer. Ich hoffe dass die Preise, von halbwegs guten SSD's, in absehbarer Zeit auf 25 Rappen (etwa 23 cent) pro GB fallen. Dann kaufe ich mir eine.

Und irgendwie habe ich angenommen, du meinst mit "Letztes Wort" "das letzte Wort haben". Ich dachte mir schon, wo gibt es denn ein Button um das letzte Wort "einzureichen" und wozu. Ich finde es einfach besser wenn man sich Persönlich bedankt( bzw. hier mit einem Kommentar). Das ist so ähnlich wie ein Entschuldigungsschreiben von Hand oder per Tastaur zu schreiben, zumindest für mich hat es eine Ähnlichkeit. Weil wenn sich jemand hier die Mühe gibt um eine hilfreiche Antwort zu schreiben, finde ich es ein wenig unfreundlich, wenn man dann keine Antwort bekommt.

Also Ich finde es ein wenig entäuschend, wenn man sich Mühe gibt um jemandem zu helfen und dann gibt es nicht einmal eine Rückmeldung ob sich das Problem gelöst hat. Oder ein Dankeschön, sofern es auch wirklich hilfreich war. Als würde mich jemand um Hilfe bitten und mir dann nicht zuhören, wenn ich ihm dann versuche zu helfen. Für mich unfreundlich.

Aber ich werde mir den Button merken.

Danke übrigens für die Antwort ;-)

Kommentar von AnnaRisma ,

Die Firmware https://de.wikipedia.org/wiki/Firmware ist sozusagen das BIOS einer Komponente oder eines Geräts (z. B. Handy, hier eben SSD).

Gerade bei Neuentwicklungen ist es wichtig, nach dem Kauf im Internet nachzusehen, ob es eine neue Version gibt. Viele Geräte werden ja nach dem Bananenprinzip (reift beim Kunden) ausgeliefert.

Heute beherrschen die Hersteller die SSD-Fertigung recht sicher, aber damals brachte wirklich jede Firmware-Version wichtige Verbesserungen und sollte somit unbedingt installiert werden.

Natürlich lädt man eine solche Firmwareverbesserung aus dem IN, nun gibt es aber Rechner, die nicht mit dem Internet verbunden werden dürfen. Bei solchen muss man also umständlich die SSD entnehmen, komplett löschen, und nachdem man das Update (an einem, mit dem Internet verbundenen Rechner) durchgeführt hat, wieder die Daten aufspielen.

Auch bei mir lautet die Devise: Nie im Leben kommt eines meiner Hauptsysteme auch nur für eine Nanosekunde ans/ins Internet!

Normalerweise bieten Hersteller Firmware- und BIOS-Updates zum Download an. Man kann diese dann aus  dem Internet herunterladen und mit einem geeigneten Medium auf den - nicht mit dem Internet verbundenen - Rechner übertragen.

Die Absichten eines Herstellers, den Anwender zu zwingen, sein Firmware-Update bei bestehender Internetverbindung durchzuführen (das Update also nicht zum Download anzubieten), dürften wohl klar sein: Ausspionieren der Betroffenen Rechner! Was meinst du wohl, wie viel OCZ durch diese Aktion über die Konkurrenz etc. erfuhr? Darum geht es in erster Linie. Denn in dem Augenblick, wo ein Firmware-Update direkt aus dem Internet heraus durchgeführt wird, hat der Anbieter weitreichende Möglichkeiten, das System auszuspähen und zu korrumpieren.

Da hilft dann auch kein Antivirentool und keine Firewall, der Anwender hat ja schließlich seine Zustimmung gegeben, dass grundlegende Elemente (die Firmware/das BIOS ist von essentieller Wichtigkeit, Veränderungen können eigentlich nur mit Administratorrechten vorgenommen werden) geändert werden dürfen ...

Wenn auch Privatpersonen nicht vordergründig Ziel derartiger Aktionen sein dürften (hier geht es - wie gesagt - eher um das Ausspähen von Großrechnern), ist ein derartiges Verhalten auch ihnen gegenüber eine Sauerei!

Mittlerweile ist denn auch das Kind vollends in den Brunnen gefallen. Weil kaum einer wirklich begreift, was in den letzten Jahren in puncto Datenmissbrauch geschehen ist, kann sich nun Microsoft erlauben, mit Windows 10 ein Betriebssystem herauszubringen, das quasi alles über den Nutzer ausspäht und weiterleitet.

Und die dümmste Reaktion darauf ist das bekannte: "ich hab ja nichts zu verbergen" ...

Darum geht es überhaupt nicht ... im Mittelalter konnten sich alle Frauen auch sagen "ich bin ja keine Hexe, also habe ich auch nichts zu befürchten" - und hatten damit eigentlich zu 100% recht, denn es gibt bekanntermaßen keine Hexen! Und? Hat ihnen das etwas genutzt?

Es geht nicht darum, dass oder ob jemand "etwas zu verbergen" hat, sondern darum, dass das Recht an meinen Daten ein Grundrecht ist. Kein anderer darf die einfach stehlen und anderweitig verwenden - wo kämen wir denn da hin? Was darf man dann als nächstes stehlen?

Noch viel schlimmer allerdings: Schätzungen von Experten zufolge sollen rund 30 bis 50% aller über uns gesammelten Daten falsch oder falsch zugeordnet sein. Das Problem dabei: Da du ja nie erfährst, welche Daten über dich gesammelt wurden, kannst du das auch nicht richtig stellen. Das macht sich insbesondere bemerkbar, wenn jemand mit Banken oder sicherheitsrelevanten staatlichen Bereichen etc. zu tun hat. Findet die Sicherheitsstelle einer staatlichen Institution über dich den Hinweis, dass du ein Transvestit bist, aber die Entscheider über Beförderungen mögen keine Transvestiten, kann das schnell dazu führen, dass du dein Leben im Niedriglohnbereich fristen musst ... Was sagst du? Du bist aber kein Transvestit? Zu spät, das steht nämlich so oder so ähnlich bei CF ... AnnaRisma erwähnte das am 18. Oktober in einem Kommentar ;-(

Soviel zum Thema "ich hab doch nix zu verbergen" ...!

Rund die Hälfte der über dich gesammelten Daten stammt nämlich gar nicht von dir. Die NSA und andere Drecksäcke sammeln nämlich überall und stellen Querverweise her. Da steht dann nicht nur, was deine "Freunde" bei Facebook über dich berichten, sondern auch wohlgeordnet, was man auf deren Rechnern gefunden hat - und das beziehen die dann natürlich auch auf dich!

Findet sich auf den Rechnern der "Freunde" viel religiöses Material, besteht sofort der Anfangsverdacht, dass auch du ...

Die Hexenverfolgung ist vorbei? Wohl eher nicht - sie beginnt wohl erst ... aber wir haben ja alle "nichts zu verbergen" ...

Kommentar von sotnu ,

Ach so hast du das gemeint. Ja das ist schon merkwürdig. Das sollte natürlich schon zum Download bereit stehen.

Und ja, das mit den Daten ist so eine Sache. Nur was will man denn da gross machen ? Die meisten sind sozusagn abhängig von Microsoft. Ich brauche es um meine Spiele spielen zu können. Jedes Spiel, dass ich auch auf Linux mit selbem Spielerlebnis spielen könnte, würde ich ab sofort nur noch da spielen, nur habe ich fast keine solche Spiele.

Ich hoffe aber immernoch, dass Ubuntu touch in den nächsten Jahren Erfolg hat, und es für mein Handy (bzw. für die Sony Xperia's) heraus kommt (kommen). Handys sind ja ganz schlimm. Da kann man ohne alternative nichts mehr machen, ohne gleich einen Account bei Google (bei Android) machen zu müssen.

Vom Moralischen Aspekt her gesehen, mag ich Linux viel mehr, aber ich habe da oftmals Probleme. Nur schon der Nvidia Treiber, ein zwingend notwendiger Treiber um spielen zu können, funktioniert bei mir nur 7 von 10 mal. Und wenn man mal ein Ersatz für ein Windowsprogramm sucht, ist man schnell 2 Stunden im Internet unterwegs und findet dann oftmals doch keins. Desweiteren muss man bei Linux, von mir aus gesehen, ziemlich viel Zeit investieren, um da mal ein bisschen klar zu kommen.

Ein durchschnittlicher PC-Nutzer will aber den PC einschalten und loslegen und nicht zuerst mal eine Stunde nach dem richtigen Nvidia-Treiber suchen, weil er wieder einmal nicht im Softwarecenter ist. Am liebsten hat er es, wenn ihm danach der Desktop zerschossen wurde... Da ich ja im Grunde gerne ausprobiere, ist bei mir das nicht das grösste Problem, aber das ist nunmal ein Grund, warum viele einfach bei Microsoft oder Apple bleiben. Das finde ich auch verständlich. Nicht jeder hat dafür Zeit. Bei Apple oder Microsoft muss muss man sowas eben nicht machen.

Ohne den Terminal, was ja zwingend mit sehr viel Zeitaufwand verbunden ist, kann man Linux einfach nicht so "frei" nutzen, weil man ans Softwarecenter gebunden ist, welches wiederum sehr manghalft ist (von der Auswahl und Aktualität her gesehen). Des weiteren ist jeder noch so kleine Schritt mit einem Befehl für den Terminal verbunden, der am besten auch noch Versionspezifisch ist und man somit immer wieder alles neu nachsuchen muss, da ( z.B bei Ubuntu ) immer wieder eine neue Version raus kommt.

Aber ich befürworte jetzt nicht Microsoft oder Apple. Vom moralischen Aspekt her gesehen mag ich ja beide nicht, Apple noch weniger...Nur ist Linux bzw. sind die Distributionen nicht "laienfreundlich". Die Welt besteht aber zu 90% aus eben genau diesen Menschen. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich Ahnung habe, ich gehöre ja auch dazu, nur bin ich experimentierfreudig.

Naja aber wie gesagt, ich wüsste da nicht, was man machen könnte, abgesehen davon, möglichist in jeder möglichen Situation auf so etwas wie Linux zurück zu greifen.

Oder wie siehst du das ?

Kommentar von AnnaRisma ,

Ich bin ebenso nicht der "typische Windowshasser", aber Microsoft ist nun einmal mittlerweile zu weit gegangen. Angefangen hat es damals mit dem Aktivierungszwang ... Kein mit der entsprechenden "kriminellen" Energie ausgestatteter Mensch wurde dadurch von der Nutzung eines nicht regulär gekauften Windows abgehalten ... NUR DER EHRLICHE NUTZER GEGÄNGELT! Seither lässt sich Microsoft ständig neuen Quatsch einfallen - wenn es nur Quatsch wäre, könnte man damit leben, aber sie tun alles, um gläserne Konsumenten aus uns zu machen.

Man stelle sich die Situation des "Durchschnittanwenders" vor: Der erwirbt ein Windows 10, aktiviert dieses und richtet sich bei MS ein Konto ein - ohne Konto kann er ja die vielen bunten "Apps" gar nicht nutzen und wer kauft schon etwas und nutzt es dann nur zu einem Drittel? Windows 10 ist von Hause aus so eingerichtet, dass es von den Updates bis hin zur Standortbestimmung alles automatisch und hinter dem Rücken des Anwenders ... Doch was weiß der "Durchschnittsanwender" davon wirklich? Ist ihm wirklich klar, dass alle seine Besuche auf irgendwelchen Internetseiten peinlich genau protokolliert und z. B. zur NSA und den großen Shoppingkonzernen ... Und will der Kunde das wirklich?

Microsoft versucht, uns das alles als "kundenfreundlich" - im Sinn des Kunden machen sie das natürlich nur - zu verkaufen. Mag sein, es gibt Menschen, die diese Totalüberwachung wollen, ich gehöre z. B. nicht dazu. Überdies ist es natürlich auch möglich, dem Nutzer vollen Bedienkomfort zu gewähren, OHNE ihn auszuspähen.

Microsoft lügt uns dreist an!

Mein Vorschlag: Ein europäisches, unabhängiges Betriebssystem muss her! Das werden wir Europäer doch noch hinkriegen - und da muss sich auch keiner Befürchtungen über die Nutzbarkeit machen, die Spieleindustrie wird sich einen Markt mit den 500 Millionen zahlungskräftigsten "Verbrauchern" der Erde nicht entgehen lassen!

Kommentar von sotnu ,

Ja das stimmt natürlich, es würde auch ohne Spionage gehen. Ich frage mich ehrlich gesagt, warum das in Europa überhaupt legal ist. Ich kenne mich ja mit Politik nicht so aus, aber es wundert mich trotzdem.

Das mit dem Account ist auch so eine Sache. Ich finde das ist einfach eine Frechheit! Man bezahlt für etwas und um es zu nutzen, wird dann aber indirekt dazu gezwungen einen Account zu machen. Ich weiss ehrlich gesagt nicht, was ich nach 2020 machen soll. Ich hoffe Linux hat sich bis dahin ein wenig stärker durchgesetzt im Bezug auf Spiele ect.

Ich fände ein bedienfreundlicheres Linux bzw (k)ubuntu eigentlich ganz gut. Aber das ist immer so leicht gesagt, schliesslich müssen das dann die Leute auch nutzten, sonst wird das nichts mit den Spielen. Und Linux ist einfach zu unfreundlich für Laien (finde ich).

Ein europäisches Betriebssystem wäre natürlich eine feine Sache (oder einfach eines, bei dem die "Datenschutzregeln" angepasst sind) , aber warum sollte jemand umsteigen, es gibt doch Windwos oder Apple. Das funktioniert so, wie es die meisten wollen und man muss nicht umdenken... (du verstehst?)

Ich finde es aber allgemein eine Frechheit, das man als Kunde meisten irgendwo einen Account machen muss, um deren Dienste zu nutzen.

Ich musste mir einmal einen Apple-Account machen und es wird ja gross geredet, dass dieser gratis zu erstellen ist, nur um ihn gebrauchen zu können muss man ihn aktivieren und das geht (oder ging zumindest damals) nur, wenn man sein Guthaben einmalig aufgeladen hat. Was für eine Frechheit! Dazu kommt noch, dass die kleinsten "Aufladekarten" 30 Franken an Wert haben. Der Suopport ist natürlich meinen Fragen, warum ich bezahlen muss, um eine Gratisapp runter zu laden, ganz gekonnt ausgewichen und hat eigentlich nur an mir vorbei geredet...

Als 2. kommt dann noch Microsoft Hotmail, der den Kunden indirekt zwingt, seine Handynummer raus zu geben, weil man sich sonst nach einiger Zeit nicht mehr anmelden kann. Wenn man erstmals eine E-mail Adresse macht, kann man natürlich keine andere als Referenz angeben, also muss man die Handynummer angeben.

Naja, so könnte ich ewigs weiter machen.

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